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Ingo Klöckl
i.kloeckl@2k-software.de

Äußere Sommerwand 2677 m, "Hausgrat" (II-III)

Tourenstützpunkt Franz Senn-Hütte 2147 m, Tag 5 des Firn- und Eiskurses.

Die äußere Sommerwand ist eigentlich kein richtiger Gipfel, sondern der zweite Eckpunkt der langen Sommerwand, eines Grates, der in der inneren Spitze gipfelt und schroff über einige andere Zwischengipfel führt. Im Sinne des Aufstiegs entlang des Grates befindet sich rechts, mit Steilabstürzen, das Alpeinertal, links dagegen, ebenfalls mit steilen, aber niedrigeren Abstürzen, der Sommerwandferner.

Da sich im Laufe unseres Kurses herausgestellt hatte, daß alle Teilnehmer sich im Fels nicht allzu deppert anstellen, fragte uns unser Bergführer, ob wir am letzten Tag nicht eine schöne "lässige" leichtere Klettertour machen wollten. Da ich an diesem Anfangspunkt meines Bergsteigerlebens Klettern immer für etwas hielt, das nur anderen passiert, war ich mir da gar nicht so sicher. Aber da ich in den letzten Tagen entgegen meiner Befürchtungen keine Höhen-/Schwindelprobleme hatte (auf vollgesicherten Kirchtürmen geht's mir ganz anders!), konnte ich frohen Herzens ebenfalls zusagen und hatte danach auch keinen Grund, diese Entscheidung zu bedauern. Offenbar ist es doch etwas anderes, wenn man permanenten Kontakt zum Fels hat!

Unser Aufstiegsweg führte zunächst 150 Hm auf dem Weg zum Sommerwandferner aufwärts. An beliebiger Stelle kann man zum Ansatz des Grates, der vom Gipfel zur Hütte verläuft, queren und mit dem Aufstieg beginnen. Zu Beginn muß man sich durch steiles, grasig-schrofiges und erdiges Gelände mühen, bevor man an die eigentlichen Gratfelsen gelangt. Der Grat wird dann längs seiner Schneide verfolgt und bietet schönen festen Urgesteinsfels, seine Schwierigkeit schwankt zwischen Gehgelände und Kletterei im Grade II, die Schlüsselstelle, ein mehrere Meter hoher Block über dem Abgrund, dürfte um III liegen. Zu Beginn unterbrechen oft erdige und grasbewachsene Stellen den felsigen Grat, später klettert man teilweise ausgesetzt am Grat oder unmittelbar unter der Schneide in der Flanke. Es ist jedoch immer gut möglich, Sicherungen an Felsköpfeln anzubringen.

Als Lohn winkt nebem rassigen Kletterspaß die Beobachtung wirklich dicker Murmel und zahlreicher Edelweißblüten. Der Gipfel selbst ist mit lose geschichtetem großen Blockwerk übersät, zwischen dem tiefe Löcher klaffen. Es gelingt jedoch, eine erdige Plattform zwischen den Felsen zu erreichen, die fast wie ein sehr gemütliches Nest umschlossen ist und bequemen Sitzplatz bietet. Wir als Anfänger sind die Sache sehr gemütlich angegangen und haben drei Stunden gebraucht, es aber sehr genossen!

Der Abstieg wie auch der Aufstieg für Wanderer kann sehr bequem über einen steilen Fußweg im Grasgelände der Ostflanke vom Sommerwandferner herauf erfolgen. Man benötigt für diesen Weg etwa eine halbe Stunde.