Braunarlspitze 2649 m, I-
Stützpunkt Göppinger Hütte 2245 m.
Die Braunarlspitze ist der höchste Berg des Bregenzerwaldes (dessen genaue Abgrenzung
mir allerdings nicht ganz klar ist) und der höchste Punkt des Braunarlspitz-Massivs,
das sich mit imposanten Gipfeln in ost-westlicher Richtung erstreckt.
Eine Ersteigung ist vom Höhenweg Göppinger Hütte-Butzensee/Lech sehr gut möglich, da etwa
an der Hälfte der Strecke der sog. Südwandsteig vom Höhenweg abzweigt, der in einer Stunde
zum Gipfel hinaufführt. Nachdem ich es geschafft hatte, die Göppinger Hütte bereits um 6:10
zu verlassen, konnte ich in herrlicher Morgenfrische den Anstieg zum Höhenweg hinter mich
bringen und nach einer Stunde an der Abzweigung zur Braunarlspitze stehen. Da ich den
Höhenweg weiterverfolgen wollte, deponierte ich den Rucksack an der Kreuzung und konnte so
unbeschwert den mittelsteilen Schutt- und Erdhang im Zickzack hinaufsteigen. Nach ca. 200
Höhenmetern erreicht man den Felsbereich, und der Steig zieht sich meist in nordwestlicher
Richtung entlang den hier steil einfallenden Kalkschichten in die Höhe. Dies hat den
Vorteil, daß man im Grunde auf den Schichtköpfen wie auf einem Gesims oder Treppe in die
Höhe steigen kann und zahlreiche natürliche Tritte und Wegspuren vorfindet. Gelegentlich
muß man auf die höheren Bänder queren, wobei man hauptsächlich dem Steig folgt; da dieser
aber häufig durch Geröll verschüttet oder unbequem gemacht worden ist, bin ich auch
vorteilhaft längs oder in Nähe des Steigs in leichter Kletterei emporgestiegen. Daher
die "I-" als Bewertung dieses an sich nicht schweren Steiges, der nicht eigentlich
erklettert werden muß, aber sicher nichts für reine Geh-Wanderer ist. An manchen Stellen
befindet man sich an ausgesetzteren Stellen, häufig jedoch geht man in der mittelsteilen
bis steilen Schrofenflanke. Für geübte trittsichere und schwindelfreie Bergwanderer
ist der Steig gewiß ausgesprochen vergnüglich.
Nachdem man etwa drei Viertel des Anstiegs hinter sich gebracht hat, kann man den weiteren
Wegverlauf über die sich nunmehr zurücklegende Felsflanke sehen, der Steig führt zielsicher
zum Kreuz, das auf dem ziemlich geräumigen Gipfel steht, der einen großen Buckel
darstellt. Platzprobleme gibt es hier erst ab Gruppen von 20 Personen. Da ich aber
um 8:00 in der Früh als Erster hier oben war, hatte ich diesbezüglich gewiß nichts zu
befürchten, und als Bonus den unvergleichlichen Eindruck eines Bergmorgens, auch wenn
die Sonne bereits aufgegangen war. Die Kühle und Klarheit der morgenlichen Luft waren
jedoch ausreichend, um mich in Hochstimmung zu versetzten.
Der Blick von hier ist atemberaubend, bei den guten Bedingungen konnte ich alle näheren
Gruppen klar erkennen, zunächst das nahe Lechquellengebirge um Formarin- und
Spullersee, den Höhenweg von gestern, dahinter das Verwall mit Hohem Riffler, Kuchenspitzgruppe,
die Silvretta, Piz Buin, Piz Kesch, Fluchthorn, die Kalkriesen des Rätikon, Weißfluh,
Scheienfluh, die Schesaplana, und dahinter in endloser Reihung Gipfelkette an Gipfelkette.
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