Hochlichtspitze 2600 m, I-
Stützpunkt Göppinger Hütte 2245 m.
Die Hochlichtspitze ist der östliche Eckpunkte des Braunarlspitz-Massivs, das sich streng
in Ost-West-Richtung erstreckt und aus einer Reihe von schneidigen Kalkbergen besteht. Dank
einer Steiganlage und der unmittelbaren Hüttennähe (sie ist der dominante Berg von der Hütte
aus) kann sie recht leicht und schnell bestiegen werden.
Man geht von der Hütte aus, den roten Markierungen folgend, in Richtung Gamsboden. Die Markierungen
queren eine schuttige Reise und wenden sich dann rasch und mittelsteil den schuttdurchsetzten
Hang zur Rechten zu. Nachdem man so einiges an Höhe gewonnen hat, meist das Hüttendach im Blick,
erreicht man den Felsbereich. Die Markierungen führen sicher im Zickzack durch die teils milde,
teils wilde Schrofenflanke, queren einigemale eine große Rinne, verlangen manchesmal tüchtiges
Zupacken mit den Händen oder bieten manchesmal einen angenehmen Weg. Im ganzen gesehen ein nicht
schwerer Steig, der aber nicht nur reines Gehen darstellt, sondern zuweilen Zupacken mit den
Händen erforderlich machen kann. Ich habe daher diesem Weg die "I-" verpaßt, aber ich habe auch
nicht immer nur den Steig benutzt, sondern bin teilweise neben oder quer zum Steig geklettert,
weil ich auf diese Weise so manche geröllüberschüttete Stelle erheblich angenehmer überwinden
konnte. Die felsige Flanke ist nur an wenigen Stellen steil, der Fels sehr griffig und bietet
zahlreiche Griffe und Tritte, und die Markierung ist gut zu sehen, sodaß solche Eigenmächtigkeiten
rasch wieder zum Steig hinführen.
Nach knapp einer halben Stunde erblickt man dann über sich erstmals das Gipfelkreuz, was den Schritt
natürlich beschleunigt. Leider stellt man fest, daß statt der vermuteten 20 Höhenmeter noch mehr als
100 folgen müssen, und der Kreuzblick entschwindet denn auch wieder, erst nach weiteren 15 min
sieht man das Kreuz wieder, und diesmal ist man tatsächlich kurz unterhalb. Die Felsflanke legt
sich nun mehr zurück, die letzen Meter zum Kreuz muß man nochmals leicht anpacken und steht dann
schließlich auf dem wirklich schmalen Gipfel, der aus einer mehrere Meter langen Felsschneide
besteht. Glücklicherweise war ich mit der Begehung des Höhenweges von der Freiburger Hütte und
dem Abstecher zur Schwarzen Wand recht zügig vorangekommen, und
konnte daher auch recht früh auf dem Gipfel stehen, den ich ganz für mich allein hatte. Bei
vielen Begehern mag schon ein Gerangel um gute Steh- oder gar Sitzplätze aufkommen!
Der Gipfel bietet neben dem sehr schönen Steig einen wirklich guten Ausblick zur benachbarten Orgelspitze
und den Johannesköpfen sowie eine ziemlich gute Rundumsicht. Es lohnt sich wirklich, ihn
zu besteigen, und mit knapp einer Stunde von der Hütte weg ist er tatsächlich ein guter
Nachmittagsberg.
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