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Ingo Klöckl
i.kloeckl@2k-software.de

Kleine Wildgrubenspitze 2629 m, I-

Blick auf die kleine Wildgrubenspitze von der Mahdlochspitze aus. Die Wildgrubenspitze ist der vorderste Gipfel, dessen Nordseite im Schatten liegt. Er kann von rechts aus über den harmlosen Rücken erreicht werden.

Tourenstützpunkt Ravensburger Hütte 1980 m.

Ebenso wie die Mahdlochspitze erhebt sich auch die kleine Wildgrubenspitze unmittelbar neben dem Mahdlochjoch, allerdings südlich des Joches in dem Kamm, in dem der höchste Berg des Lechquellengebirges, die große Wildgrubenspitze, steht. Es handelt sich bei diesem Gipfel um einen bis auf die letzten Meter unschwierigen Berg, der über eine grasig-schrofige Flanke mäßig steil weglos erstiegen werden kann. Zur Zürser Seite hin fällt auch die kleine Wildgrubenspitze wie ihre schwierigeren Nachbarn sehr steil ab, dieses Gelände ist nicht einfach begehbar. Zur Besteigung kann man mit ca. 40 min vom Joch aus rechnen.

Zur Besteigung geht man vom Mahdlochjoch aus im Linksbogen auf der Höhenlinie in der schuttigen Nordflanke südwärts, bis die Flanke über einem deutlich grasig und flacher wird, ca. 300 m vielleicht. Der Weg zur Ravensburger Hütte liegt dann deutlich unter dem Standort und man befindet sich auf dem ganz flachen Endstück der Flanke, die zum Hüttenweg hin in Wiesengelände übergeht. Die Flanke kann man von hier aus emporsteigen, wobei bald Schrofen auftreten und die Steilheit bis ca. 50 Grad zunimmt. Zuweilen finden sich sogar undeutliche Steigspuren, die das Gehen im schottrigen Gelände erleichtern.

Blick auf die Kleine Wildgrubenspitze aus der Wildgrube heraus, auf dem Weg zur Wasenspitze. Der Westgratrücken der Kleinen Wildgrubenspitze ist erreicht, Blick zum Gipfel.

Man erreicht auf der Höhe den Nordgrat der Wildgrubenspitze, den man zum Gipfel hin verfolgt (Schrofen). Unmittelbar vor der Gipfelpyramide erreicht man eine Art Gratturm, da hier eine Schichtgrenze zwei Plattenpakete voneinander trennt, wodurch sich eine kleine, aber deutliche Scharte ergibt, die man durchqueren muß. Sie ist ca. 2 Meter tief, aber durch die steile Schichtenlage sehr abschüssig. Von hier aus hat man die letzten zehn Meter zum Gipfel schon vor Augen, mit leichter Kletterei im abschüssigen Gelände unter überhängenden Felsen erreicht man die Gipfelpyramide, die man in ebenfalls leichter Kletterei erklimmt. Im Gegensatz zu meinem AV-Führer würde ich allerdings dieses letzte Teilstück zumindest mit I- belegen, da es sich durchaus nicht um reines Gehgelände handelt, auch wenn die Schwierigkeit nicht hoch ist.

In der kleinen Scharte unter den Gipfelschrofen, man sieht schon den Gipfelsteinmann. Blick aus den Gipfelschrofen auf den Schartenturm.

Der Gipfel selber ist ein hervorragender Aussichtspunkt auf die umliegenden Spullersee-Berge, besonders prächtig ist der Blick auf die Roggalspitze-Nordkante und den Schafberg sowie die große Wildgrubenspitze. Da der Gipfel selber schon sehr hoch ist, hindern im wesentlichen nur noch die erwähnten höchsten Gipfel der Spullersee-Umrahmung den Blick, der ansonsten frei in alle Richtungen schweifen kann: Bregenzerwald, Lechtaler Alpen, Silvretta und Nachbarn. Herrlich! Da der Gipfel eine Art kleine Mulde darstellt, die von Felsblöcken gebildet wird, hat man gleichzeitig ein wunderbares "Jausen-Nest" erreicht. Mir hat dieser Ansteig sehr gut gefallen, da er bis auf die letzten Meter unschwierig ist (auch diese nicht schwer) und einen schönen Blick in angenehmer Umgebung bietet, und durch das Fehlen eines markierten Steiges dürfte er keinesfalls zu den überlaufenen Gipfeln in der Spullersee-Bergwelt gehören!

Der Gipfelsteinmann.

Der Abstieg erfolgt auf dem gleichen Weg, wobei man, wenn man zur Ravensburger Hütte will, den Hüttenweg im Blick hat und direkt zu diesem absteigen kann. Man erreicht den Weg in ca. 20 min.