Großer Piz Buin 3312 m
Stützpunkt Wiesbadener Hütte 2445 m.
Eine alternative, liebe Beschreibung unserer Tour von Claudia findet sich
hier.
Trockenes Wetter erwartet uns um 7:15 Uhr in der Früh, und dem
Aufstieg zum höchsten Berg Vorarlbergs sollte nichts im Wege stehen :-) Sogar unser heutiges Ziel
ist deutlich zu sehen, der Gipfel malerisch von Wolkenfetzen umweht.
Die ganze Silvrettalandschaft zeigt sich im ersten Morgenlicht, die
Gipfel von strahlend weißem Neuschnee bedeckt.
Noch kalt, folgt man von der Hütte dem Weg zum aperen Vermuntgletscher und wendet sich
in etwa 2750 m Höhe nach rechts zum flachen Gletscher. Man überquert
ihn fast waagrecht in Richtung auf einen Felspfeiler am Fuße des Piz Buins,
Spalten! Durch den Winterschnee und das schlechte Augustwetter sind diese
wie auch alle folgenden allerdings fast vollständig zugeschneit
und meist nur als weiße Bänder erkennbar.
Von hier folgt man einem Firnrücken, der mäßig, später
steiler ansteigend zum Wandfuß des Wiesbadener Grates führt,
an der Stelle der niedersten Einschartung des Grates.
Hier Einstieg in die Felswand, die ca. 50 m steil nach oben leitet
und durch den Gletscherrückgang sehr viel höher geworden ist als
in meiner AV-Karte eingezeichnet ist. Die Wand ist sehr steil (im unteren Teil
ca. 60-75 Grad) und entsprechend beeindruckend. Man kann sie jedoch in nicht
schwerer Kletterei (I) in grobem Blockwerk überwinden, indessen ist sie
sehr ausgesetzt und kann daher alleinagierenden Anfängern
oder Nicht-Schwindelfreien nicht empfohlen werden.
Man klettert bis zur Gratschneide, ca. 2960 m, bis hierher 2 1/2 h.
Blick vom Vermuntgletscher zum Wiesbadener Grätle, das links von der
Bildmitte als niedrige Einschartung zu erkennen ist und über das der
Weiterweg führt.
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Auf der Schneide des Wiesbadener Grätles angekommen, trübt sich
das Wetter ein. |
Vom Grat steigt man einige Meter einfach zum Ochsentaler Gletscher ab, den
man bei gleichbleibender Höhe zu einem Felsriegel, der umrundet wird, quert.
Leicht ansteigend bis zur Buinlücke 3050 m, hier oben
wenig Spalten (zumindest sahen wir durch den Schnee kaum welche).
Man wendet sich nun in die schuttbedeckte Westflanke des
Piz Buins, in der man in aperem Zustand einen einfachen Steig sich in die Höhe
winden sehen könnte. Zwischen 3100 m und 3200 m durchbricht eine steile Felsstufe
die Schuttflanke, die oberhalb der Nordabstürze am niedrigsten ist.
Der Steig wendet sich nach links zu diesen, wo man die Steilstufe
in einer steilen Felsrinne mit grobem Blockwerk in leichter Kletterei
überwindet. Durch den Neuschnee auf den Felsen und aufziehende
Wolkenschwaden verwandelt sich die Gipfelflanke rasch in eine himalayaartige
Szenerei, auch ist die Kletterei in den verschneiten Felsen ziemlich kalt :-)
Nun steigt man wieder einfach über Schutt zum Gipfel mit Kreuz
und Buch, vom Wiesbadener Grat 1 h.
Auf dem Weg vom Wiesbadener Grätle über den Ochsentaler Gletscher
zur Buinlücke, die rechts des Gipfelaufbaus des Großen Piz Buins
zu erkennen ist. Der Weg wendet sich von rechts dem Gipfel zu.
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Claudia im Begriff, durch die Rinne in der Felsstufe des Gipfelaufbaus
zu klettern. |
Blick vom Gipfel zum Silvrettastausee hinunter. Rechts am Rand ist die
Scharte im Wiesbadener Grätle zu erkennen, die man beim Aufstieg
überschritten hat.
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Sommerlicher Neuschnee am Gipfel. |
Der Abstieg erfolgt zunächst auf gleichem Wege bis zur Buinlücke, wobei
die Steilstufe wie links zu sehen, einfach durch Abseilen überwunden wird.
Der weitere Abstieg erfoglt, nach links losgehend, in weitem Rechtsbogen über den
Ochsentalergletscher, der hier oben recht flach ist (Spalten!).
Den Eisbruch umgeht man auf seiner linken Seite bei zunehmend steilem Gelände.
Der Gletscher ist hier unten ziemlich aper, die zahlreichen Spalten jedoch
ebenfalls fast alle vollständig zugeschneit.
In etwa 2700 m Höhe wendet man sich zwischen den beiden großen
Bruchzonen nach rechts zur Mittelmoräne,
die man leicht fallend erreicht. Flach über einen weiteren Auslauf
des Gletschers zur Grünen Kuppe, einem weithin sichtbaren
Moränenrücken (2650 m). Von hier entlang des gut sichtbaren
Pfades über Schutt unterhalb der Gletscherzunge zum Aufstiegsweg
und zur Hütte.
Blick vom Ochsentaler Gletscher zuruück zu Piz Buin (Bildmitte), zur
Buinlücke (rechts) und zum Wiesbadener Grätle (links).
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Blick zurück über die Serracs des Ochsentaler Gletschers zum
Piz Buin.
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