Kleiner Sadnig 2626 m, Hoher Sadnig 2745 m
Stützpunkt Fraganter Hütte 1810 m.
Die Sadniggruppe ist südlich der Ankogel-/Goldberggruppe gelegen, recht
wenig besucht und daher ein stilles Refugium. Die Gipfel reichen von 2300 m
bis 2800 m und ziehen daher nur Liebhaber an. Bei schönem Wetter reicht der
Blick vom Reißeck bis weit in die Hohen Tauern hinein. In der Sadniggruppe befindet
man sich nicht inmitten einer grandiosen Hochgebirgswelt, sondern in einer eher
still-verträumten Genießerlandschaft, in die unschwierige Wege hineinführen
und nicht den Kletterer fordern, sondern eher den Romantiker.
Am Morgen des Aufstiegs hatte es bis 2300 m hinunter geschneit. Für den
Aufstieg hatte mir der Wirt den Weg über den Kleinen Sadnig, 2626 m, empfohlen,
der entlang des Südostgrates verläft und an einer Stelle mit Drahtseil
versichert ist. Diese Route war nicht in meinem AV-Führer verzeichnet,
ist aber sehr empfehlenswert. Sie verläuft zunächst durch Lärchenwald
und weite Bergwiesen, in denen malerisch große Felsblöcke verstreut liegen.
An einer Abzweigung vorbei folgt man dem Wegweiser nach rechts in Richtung "Rudl-Eller-Steig"
und gelangt auf eine freie Fläche, von der aus man in einer grasigen Rinne zum
Beginn des Felsgrates geht.
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| Gesamtansicht vom Boden über der Fraganter Hütte. Der Aufstieg (violett)
verläuft links über den Grasstreifen zum Fels, dann nach rechts oben über
den Felsgrat zum verschneiten Kleinen Sadnig. Dann weiter über den breiten
verschneiten Gratrücken zum Hohen Sadnig (hier kaum zu erkennen im Hintergrund).
Der Abstieg (orangebraun) ist schließlich rechts auf der Grathöhe zu sehen.
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Der Grat zum kleinen Sadnig hinauf ist zunächst ein breiter Felsrücken, der
sich im folgenden verschmälert und an einigen Stellen kleine Grattürme aufweist,
die man entweder überquert oder in deren Flanke quert. Links vom Grat hat man
schöne Blicke in ein einsames verschneites Kar hinunter, rechts sieht man stets
die freie Umgebung. An einigen Stellen ist die Querung der Türme mit Stahlseil
versichert.
Auf dem Grat zum kleinen Sadnig: eine Gruppe von Grattürmen ist noch
weit entfernt. |
Ein Gratturm, nun schon nahe. Man sieht die Versicherungen. |
Die letzten 300 Hm waren durch den hohen Schnee recht mühsam, die Route selber
ist jedoch unschwierig und verläuft über einige harmlose Gratkuppen zum Hauptgipfel.
Die letzten 500 Meter auf dem Grat zum Gipfel hin bieten schon einen prachtvollen
Blick auf die benachbarten Berggruppen.
Das letzte Gratstück, bevor man die Schneegrenze und einfaches Gehgelände
erreicht. |
Hat man den Kleinen Sadnig erklommen, kann man den Weiterweg über einen
breiten Schneekamm erkennen. Ganz hinten der Gipfel des Hohen Sadnig.
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Der Gipfel selber ist der höchste der Sadniggruppe und bietet entsprechend
einen grandiosen Blick in alle Richtungen. Er trägt ein Gipfelkreuz, und ein
Buch lädt den Besucher dazu ein, sein Dasein zu dokumentieren.
Der Gipfel selber. |
Das Gipfelkreuz am Hohen Sadnig. |
Blick zurück vom Gipfel auf den Kamm, der zum Kleinen Sadnig führt.
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Der kleine Sadnig vom Gipfel aus. |
Für den Rückweg habe ich den Normalweg über die Sadnigscharte (2490 m) gewählt,
oder das, was ich laut Karte für denselben hielt, da im Schnee keine Markierung
ersichtlich war. Die ersten Meter vom Gipfelfelsen hinunter auf den Grat bestehen
aus leichter Kletterei, die aber höchsten 15 m andauert, danach erreicht man
einen Schuttgrat. Wenn man nicht ständig in Triebschneerinnen versinkt, ist
der Weg im aperen Zustand wohl sehr einfach, was sich im unteren Teil, mittlerweile
freigeschmolzen, auch bestätigte: weiche federnde Almmatten, in hohen Lagen
durchsetzt mit Felsblöcken.
Insgesamt habe ich für Auf- und Abstieg 5,5 Stunden gebraucht und war
durch den Schneehatsch sehr erfreut, einen guten Apfelstrudel zu bekommen.
Der Abstiegsgrat, vom Gipfel aus gesehen. Die tiefe Einschartung ist
die Sadnigscharte, von der aus ein Weg nach links zum Sadnighaus, einer
nach rechts zur Fraganter Hütte führt. |
Blick zurück auf den Gipfel beim Abstieg mit der kleinen Kletterstelle
am Gipfelfels. |
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