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Ingo Klöckl
i.kloeckl@2k-software.de

Tourenstützpunkt Heidelberger Hütte 2260 m.

Alle Berge auf dieser Seite, die im Grenzgebiet Ostsilvretta/Westsamnaun liegen, werden vom Weg von der Heidelberger Hütte zum Zeblasjoch aus angestiegen. Da das Kleinfimbertal schon um die 2700 m hoch liegt, sind zahlreiche Berge am Wegesrand zwar hoch (2750-3090 m), aber gar nicht mehr sehr imposant. Durch den geologischen Aufbau aus weichen Schiefergesteinen und Schuttbedeckung sind sie obendrein häufig flach und einfach erreichbar.

 
Überblick vom Piz Davo Sasse 2792 m über das westliche Samnaungebiet. Man erkennt deutlich den Piz Fenga Pitschna 2725 m (ganz links), den Piz da Val Gronda 2811 m (links), das Joch, die Vesilspitze 3097 m (nur den Gipfelspitz) und die Spi da Chöglias (rechts).

Piz Davo Sasse 2792 m

Dieser Berg ist der leichteste Hausberg der Heidelberger Hütte und von ihrem östlichen Fenster aus gut sichtbar. Seine Besteigung erfolg über den Weg Nr. 302, den man bis in eine Höhe von ca. 2700 m verfolgt, womit man die Nord- bis Nordostseite des Berges erreicht hat. Man kann nun sehr einfach über den Nordgrat (breiter Grasgrat) oder beliebig über die Nordostflanke (Feinschutt) zum Gipfel mit Steinmann gelangen. Überhaupt kann man diesen Berg von fast allen Seiten sehr einfach in ca. 1 3/4 Stunden von der Heidelberger Hütte aus erreichen und auch wieder von ihm absteigen. Einzig die Südseite bietet schwierigeres Gelände.

Trotz seiner einfachen Erreichbarkeit und der geringen Höhe stellt der Piz Davo Sasse ein sehr schönes, empfehlenswerter Tourenziel für den ersten Tag auf der Heidelberger Hütte dar, da er eine einmalige Sicht auf das Tourengebiet der Hütte bietet: die dominante Riesenmauer der Fluchthörner, den einsamen Larainkamm, die Schiefer- und Kalkberge der Silvretta-Samnaun-Grenze.

Piz Davo Sasse vom Piz Fenga Pitschna aus gesehen. Rechts der Ostgratrpcken, in der Mitte die harmlose Mulde. Der einfache Ostgratrücken des Piz Davo Sasse.

Piz Fenga Pitschna 2725 m

Dieser sehr harmlose Gras-Schuttberg kann in 5-10 min vom Weg Nr. 302 aus in beliebiger Wegführung erreicht werden, sobald man auf dem Weg eine Höhe von etwa 2700 m erreicht hat. Er weist auf keiner Seite schwere Stellen auf, bietet aber wie seine Nachbarn eine sehr schöne Sicht auf die Silvretta und stellt einen netten Jausenplatz dar.

Piz da Val Gronda 2811 m

Auch dieser Berg besteht aus harmlosen Gras und Feinschutt. Er wird vom Weg nr. 302 vom Joch auf 2750 m aus in 10 min in beliebiger Wegführung erreicht. Er weist auf keiner Seite schwere Stellen auf und bietet, anders als die Nachbarn, eine bessere Sicht auf das Samnaun als auf die Silvretta. Als Besonderheit mag das Ombrometer auf dem Gipfel angesehen werden, das die Stelle eines Gipfelkreuzes vertritt.

Vesilspitze 3097 m

  Übergang zur Vesilspitze. Die tiefe Einsattelung ist das Joch mit dem Grenzstein Nr. 15A, die Vesilspitze ist der höchste sichtbare Gipfel, davor einige kleinere Vorgipfel.

Die Vesilspitze gehört, anders als die obengenannten Gras- und Feinschuttberge, zu den typischen schiefrigen Kalksandsteinbergen des Westlichen Samnaun, die die Heidelberger Hütte auf zwei Seiten einfassen und in langgezogenen, hohen (um 3000 m) Graten aufgereiht sind. Ihre Besteigung, die etwa 2 3/4 Stunden dauert, ist im Grunde nicht schwierig, umfaßt aber ein längeres wegloses Stück.

Man steigt von der Heidelberger Hütte aus auf dem Weg Nr. 302 bis zur Fuorcla da Val Gronda 2750 m. Von hier aus kann man im Grat, der die Vesilspitze mit dem Spi da Chöglias verbindet und rechts des Joches liegt, eine gleichhohe (2750 m) tiefe Scharte erkennen, auf die man nun in ungefähr gleichbleibender Höhe weglos zuschreitet. Man befindet sich dabei in einer mittelsteil abfallenden Flanke, die ausschließlich mit schiefrig zersprungenen Kalkplatten übersät ist. Hier heißt es achtgeben, besonders wenn durch die Nachtkälte die Platten mit Reif überzogen sind. Dann und wann kann man Steigspuren erahnen, die in dem Schutt aber auch rasch wieder aus den Augen verloren sind.

Sobald man die tiefe Einsattelung mit dem Grenzstein Nr. 15A erreicht hat, kann man den weiteren Wegverlauf überblicken: weglos immer entlang des schmalen Grates, der aus Schrofen besteht und nach Süden hin steil abfällt. Wenn die Schieferplatten das Gehen auf dem Grat unmöglich oder schwierig machen, kann man immer in die Südflanke ausweichen (aber Vorsicht vor Ausrutschern!).

Im Verlauf von etwa einer Stunde überschreitet resp. umgeht man zwei Vorgipfel und erreicht schließlich den Gipfel der Versilspitze.