Homepage von Ingo Klöckl
 Home
 Berge
 - Tourenliste
 - , - Beschreibung
 - , - nach Gebiet
 - Hütten
 - Schnee
 - Links
Ingo Klöckl
i.kloeckl@2k-software.de

Schafzoll 2394 m

Tourenstützpunkt Mittergrathütte 1947 m, Tag 2 der Wanderwoche Kühtai.

Der Schafzoll ist der begrünte Eckpunkt des Kammes zwischen Mittertal und Wörgetal. Kein bezeichneter Steig führt auf diesen netten Gipfel, der in den tieferen Lagen von Zirbenwald und Almrausch, danach bis zum Gipfel mit Gras bewachsen ist. Aufgrund des Höhenunterschiedes von knapp 400 m und seiner Begrasung schien uns dieser Gipfel geeignet, einen ersten Tourenversuch zu starten.

Von der Mittergrathütte aus wandten wir uns in Richtung Mittertal mutig in den Zirbenwald, der nach einiger Zeit an einer Lichtung endet, die sich den Hang zum Schafzollgipfel hinaufzieht. Eine erste Erkundung gestern vom Mittertal-Höhenweg aus zeigte uns diese Lichtung als verlockende Wegführung. Was man aus der Entfernung nicht sah: die grüne Fläche besteht aus einem Blockfeld, das längst überwachsen und vom Almrausch aquiriert worden ist, der jedoch zwar sein Wurzelwerk dem Blockwerk hinzugefügt, nicht jedoch die großen Löcher zwischen den Blöcken ausgefüllt hat. Es war also Vorsicht beim Gehen angesagt wie beim verschneiten Blockwerk. Ein Trost: im Zirbenwald selber war das Gelände ähnlich löchrig, nur mit Zirben- statt Almrauschwurzeln. Sehr einprägsam, so hautnah die Aussage des AV-Führers "unschwierig, aber mühsam" zu erleben ;-)

Der Blick in das schöne Mittertal, vom Wanderweg aus, kurz nachdem dieser vom Verbindungsweg Bielefelder Hütte-Dortmunder Hütte abgezweigt ist. Die Spitze rechts ist die vordere Karlesspitze, im Hintergrund blickt man auf Acherkogel und Manningkogel.

An den Felsen eines trockenen Bachlaufs entlang kämpften wir uns den Hang hinauf, der teilweise ziemlich steil ist und in dem das Gehen erschwert ist. Je höher wir kamen, desto niedriger wurde aber der Almrausch und desto gangbarer das Gelände, ab ca. 2200 m gelangten wir auf Grasgelände, wo wir viel besser weitergehen konnten. Für den Aufstieg haben wir uns eine steinige steile Rinne ausgesucht, die sich am Ende als ziemlich steil erwies und uns so sehr rasch nach oben führte. Man kann jedoch beliebig in der Flanke aufsteigen, was wohl eher zu raten ist.

Der gemütliche grasige Gipfel bietet einem Pärchen jede Menge Platz zum in-der-Sonne-Liegen; eigentlich könnten ganze Busladungen von Bergsteigern hier erscheinen, ohne daß wie woanders Platzkarten für den Gipfelblock ausgegeben werden müssen. Aber da der Schafzoll denkbar unbekannt ist, konnten wir alles in tiefer Einsamkeit genießen. Da der Gipfel der niedrigste im Kamm ist, wird die Sicht von der benachbarten Karlesspitze eingeschränkt, reicht aber ins Inntal, in die Ötztaler und das Nachbartal, das Wörgetal.

Blick vom Gipfel des Schafzoll auf die vordere Karlesspitze. Mein Aufstiegsweg ist durch die linke Bergflanke vollständig verdeckt. Rechts im Hintergrund der Acherkogel. Rechts Wörgetal, links Mittertal. Blick vom Gipfel des Schafzoll auf den Pirchkogel (höchster kleiner Punkt). Der Aufstieg erfolgt von Kühtai aus (Häuser rechts) durchwegs hinter dem sichtbaren Kamm.

Vom Schafzollgipfel aus hat man einen schönen Blick zu den Lechtaler Alpen. Unser Aufstieg im Überblick vom Pirchkogel aus: orange Linie. (Der Gipfel in der Mitte ist die vordere Karlesspitze, Aufstieg in violett.)

Von oben konnten wir nun das Gelände deutlich besser betrachten; als erstes Ergebnis wurde unsere steile Aufstiegsrinne als Abstiegsweg verworfen, da sich eigentlich alle ostwärts gerichteten Flankenabschnitte besser zum Gehen eignen :-( Im Abstieg haben wir daher den rundlichen Nordostgrat benutzt, der zunächst zu einem flachen Abschnitt des Rückens mit einem Steinmann leitet und dann - als geheimer, nicht kartenkundiger Steig bequem und versteckt weiter durch den Zirbenwald zur Hütte führt. Dieser Gratrücken ist auch für den Aufstieg der Rinne und der Flanke vorzuziehen! Durch seinen Steinmann ist er eindeutig zu erkennen.