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Aus aktuellem Anlaß (Winter) hier einige Anmerkungen zum Thema Schnee
und seiner Metamorphose, die bei der Beurteilung von Lawinenhängen auf Skitouren
schon sehr wichtig wird.
Formen von Schnee und Metamorphose
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Bei Temperaturen unter Null Grad fällt der Pulverschnee, der aus filigranen
Kristallen mit feinen Ärmchen mit sechszähliger Symmetrie besteht. Er enthält
durch die langen Ärmchen viel Luft und ist daher leicht, etwa 100 kg/m^3.
Selbst bei anhaltender Kälte verändern sich diese feinen Kristallärmchen:
verdunstendes und wieder gefrierendes Wasser verbreitert die Ärmchen, an
den Verästelungen bilden sich rundliche Formen.
Durch fortschreitendes Schmelzen und Gefrieren bilden sich immer mehr runde
Schneekörner, die Körner verschmelzen auch miteinander. Durch die Abnahme der
Hohlröume wird der Schnee dichter: bis zu 500 kg/m^3. Diesen Schnee nennt man
Festschnee.
Durch das Schmelzen des Schnees in warmen bodennahen Schichten, das Aufsteigen
des Wasserdampfes und dessen Gefrieren in oberen Schichten entsteht Schwimmschnee,
der aus becherförmigen Kristallen mit weiten Hohlräumen besteht. Dieser Schnee
ist extrem labil, durch Gewichtsbelastung von oben können die Kristalle und
die ganze Schwimmschneeschicht zusammenbrechen und eine Gleitschicht für die
oberen Schneelagen bilden.
Triebschnee ist der Schnee, der vom Wind verblasen wurde und sich in
großen Mengen in windabgewandten Mulden und Hängen sammelt. Dieser Schnee
hat keinen inneren Zusammenhalt, da die feinen Ärmchen der Kristalle durch
die mechanische Belastung beim Verblasen zerbrochen sind. Er träagt nicht und
man kann z.B. keine Schneebälle daraus formen.
Faktoren zur Beurteilung der Lawinenlage
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Aufbau der Schneedecke
Die unterschiedliche Fließbewegung der Schneemassen talabwärts und das
Gewicht des Schnees erzeugen große Scherkräfte. Je nach dem Zustand der
Schneedecke kann diese den Kräften nicht widerstehen und bricht auf. Dies kann
bei kritischen Hängen schon von alleine geschehen, häufig kann jedoch auch die
Zusatzbelastung durch einen einzelnen Alpinisten der auslösende Faktor werden.
Gefahren, die von einem labilen Schneedeckenaufbau ausgehen, können an einigen
Faktoren erkannt werden: frische selbstausgelöste Lawinen und Schneebretter,
Vibrationen in der Schneedecke, dumpfe knallende Geräusche. Ein Trugschluß
ist, daß niedrige Schneehöhen niedrige Lawinengefahr bedeuten!
Einige Faktoren sollen genauer beleuchtet werden.
Gelände
Die Steilheit eines Hanges hat entscheidenden Einfluß auf die Lawinengefahr.
Einmal, da durch die Neigung ein Rutschen der Schneedecke erst ermöglicht wird,
aber auch, da durch unterschiedliche Neigungen oder Behinderungen des freien
Rutschens unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten der Schneemasse auftritt
und Scherkräfte im Schnee auftreten. Diese können so groß werden, daß
sie die zusammenhaltenden Kräfte in der Schneedecke übersteigen und zum Aufreißen
derselben führen.
Je größer die Hangneigung, desto größer ist auch die Lawinengefahr.
Kritische Neigungen sind solche zwischen 25 und 50 Grad. Auf steileren Hängen
bleibt der Schnee kaum liegen und rutscht bereits während es noch schneit in
kleinen Schüben talwärts. Auf flacheren Hängen kommt es nicht mehr zu hinreichend
großen Zug- und Scherkräften. Auf glattem Boden kann es jedoch auch im
flachen Gelände zu Lawinenabgängen kommen.
Verschattete Hänge sind lawinengefährdeter als sonnige Hänge. Besonders gefährdete
Hänge sind steil, mit frischem Triebschnee gefüllt, liegen im Schatten und in
Gratnähe.
Schneelage, Wind
Die Lawinengefahr steigt mit der Neuschneemenge, wobei der erste schöne Tag
nach einer Schlechtwetterperiode besonders kritisch ist, da das Gewicht des
Neuschnees zu groß für die darunterliegende Schwimmschneeschicht sein
kann. Im Falle eines Zusammenbruchs der Schwimmschneeschicht bildet diese eine
regelrechte Rutschbahn für den darüberliegenden Neuschnee. Eine Lawine ist die
Folge.
Der Wind wirbelt den Neuschnee auf und lagert ihn im Windschatten von Hängen
wieder ab, und zwar in der Form von Triebschnee. Durch den Wind entstehen
auch die Wächten an Bergkämmen. Schon bei 10-20 cm Neuschnee, in drei Tagen
gefallen, kann die Schneebrettgefahr deutlich ansteigen.
Temperatur
Durch tiefe Temperaturen nach dem Schneefall wird die Verfestigung der Schneedecke
verzögert, sodaß die Lawinengefahr längere Zeit erhalten bleibt. Dagegen
wird durch steigende Temperaturen zwar die Festigkeit der Schneedecke vermindert
und kurzfristig die Lawinengefahr erhöht, aber nach einiger Zeit die Verfestigung
der Schneedecke gefördert. Dies führt zu verringerter Lawinengefahr. Die Lawinengefahr
erhöht sich auch im Frühjahr im Laufe des Tages durch die zunehmende Erwärmung.
Der schwerer und nasser werdende Schnee erhöht die Gefahr deutlich. Nach einer
bedeckten Nacht, in der die Wärmeabstrahlung und damit die Abkühlung der Schneedecke
vermindert war, kann es bereits morgens kritisch sein.
Weitere Informationen und Quellen:
-
Lawinen-Informationen, Informationen zu Schnee, Lawinen
- ISL, Eidgenössisches
Institut für Schnee- und Lawinenforschung
- Schnee-Info,
Informationen zu Schnee, Lawinen und der 3x3-Methoder zur Gefahreneinschätzung
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