vordere Karlesspitze 2569 m
Tourenstützpunkt Mittergrathütte 1947 m, Tag 4 der
Wanderwoche Kühtai.
Die vordere Karlesspitze ist nach dem Schafzoll der nächste
Gipfel im unerschlossenen Kamm zwischen Mitter- und Wörgetal. Eigentlich war
der Tag als Ruhetag gedacht, aber um 17:00 bin ich dann doch trabbelig geworden,
als die Abendsonne so herrlich auf der Karlesspitze lag ... außerdem wollte
ich schon immer "richtig" bergsteigen, also auch in weglosem Gelände mir meinen
Weg selber suchen. Also rasch eine Flasche Wasser gepackt und los!
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| Gesamtansicht der vorderen Karlesspitze. Der Aufstiegsweg ist von
diesem Standpunkt aus nicht zu sehen und verläuft hinter der linken Flanke.
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Ich bin zunächst im Mittertal bis ca. 2050 m auf dem Weg zur Mittertalscharte
gegangen und habe vor dem ersten steileren Aufschwung des Tales den bezeichneten
Weg verlassen und den Mitterbach überquert, der ziemlich viel Wasser führte
und mir dieses auch reichlich zukommen ließ. Aber im Sommer macht das ja nichts
... In Serpentinen und großen Schleifen bin ich dann in der Ostflanke der Karlesspitze
über flache und steile Blockfelder aufgestiegen, die teilweise von Almrausch
überwuchert sind. Über einen rampenartigen Rücken bin ich an den Osteingang
des inneren Karles gelangt, ein weltabgeschiedenes, trümmerübersätes einsames
Kar, das noch viel Schnee enthielt. Der Osteingang fällt nach Osten hin mit
steileren Abbrüchen in einen kleinen Kessel ab, in dem ein Wasserfall und Bach
zu finden sind, der in den Mitterbach fließt.
Am Ostrand des Kars über steiles und dann wieder flaches Blockwerk gings dann
zu den abschließenden, nördlichen Steilwiesen unter dem Gipfel. Hier kann sich
die von den Schafen abgeschaute Vierfüßer-Krabbeltechnik bewähren :-) Der Gipfel
selber besteht aus einer ca. 30 m hohen Trümmerpyramide.
Der Gipfel der Karlesspitze. |
Mein Aufstieg im Überblick vom Pirchkogel aus: violette Linie. (Der runde
Gupf rechts ist der Schafzoll, Aufstieg in orange.)
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Blick vom Gipfel hinunter ins Mittertal. Man kann von hier aus einen
großen Teil des Anstiegs erkennen. |
Blick vom Gipfel auf den Schafzoll. |
Vom Gipfel aus hat man eine herrliche Sicht auf einige Gipfel, die in dieser
Wanderwoche auf dem Programm stehen oder standen: der nächste, niedrigere Nachbar
und Endpunkt des Kammes ist der Schafzoll, über der Kühtaier
Paßstraße der hohe Pirchkogel. Weiterhin kann man herrlich
in das Wörgetal hineinschauen und hat einen prächtigen Blick auf die nördlichen
Ötztaler Alpen.
Der Abstieg erfolgte auf dem Aufstiegsweg, da es nun bereits dunkelte. Ich
hätte aber gerne Varianten ausprobiert, die allesamt gangbar erschienen und
mich wohl direkter zur Hütte zurückgeführt hätten. Hier denke ich vor allem
an Varianten, die den oben erwähnten Bachkessel auf der nördlichen Bachseite
durchqueren, da die Steilabbrüche keinen wilden Tobel bilden, sondern hier und
da gangbar erscheinen. Man käme so direkter zur Hütte zurück, da man nicht erst
in das Mittertal hinein- und dann wieder herausmarschieren müßte.
Nicht etwa ein Patient einer Davoser Klinik, sondern Ingo nach der Besteigung
der Karlesspitze. |
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