Carbonylsysteme
Das recht einfache System I aus zwei Carbonylgruppen an sp2-hybridisierten
Kohlstoffatomen, die durch eine Kette mit konjugierten Doppelbindungen verbunden
sind, kann als Chromogen wirken. Ursache der Farbigkeit ist die Absorption von sichtbarem
Licht, um Elektronen zwischen Molekülorbitalen zu
verschieben.
Das Chromogen findet man in zahlreichen
Farbmittelklassen, bekannte Vertreter natürlichen Ursprungs sind Indigo und
Purpur sowie, als Vertreter der synthetischen Farbmittel, die Anthrachinon-Farbstoffe.
Die Reste R können entweder unabhängig voneinander sein wie in den indigoiden
Farbmitteln oder Teil eines gemeinsamen Ringes oder Ringsystems, wie im Anthrachinon.
In den indigoiden Farbmitteln liegt das sogenannten "H-Chromophor" II vor. In
diesem kann sein: X = -O-, -S-, -NH-, -Se-, -Te-; Y = =O, =NH, =NR.
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| I |
II |
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Farbstoffe mit diesem Chromophor weisen bereits bei kleinen n Absorptionen
im langwelligen Bereich auf. Bereits mit einfachen Substituenten, die Elektronendonatoren
sind, können 1-, 1,4- und 1,5-substituierte Anthrachinone jeden beliebigen Farbton
liefern.
Besondere Bedeutung liegt in der Tatsache, daß das chromogene Dicarbonylsystem
mit Reduktionsmitteln zu einer Endiolform reduziert werden kann, die wasserlöslicher
als das eigentliche Farbmittel ist:

Diese Tatsache ermöglicht es, in weitestem Umfange Farbstoffe auf Basis des
Carbonylchromogens als Küpenfarbstoffe einzusetzen.
Abgeleitete wichtige Derivate
Das Carbonylchromogen liegt zahlreichen Farbstoff- und Pigmentklassen zugrunde,
wie den Indigo-Farbmitteln, den Chinonen
und den Chinacridonen.
Natürliche Farbmittel des Polymethintyps mit n=2 findet man wiederum bei den
Chinonen.
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