Metallsalze
Zahlreiche Schwermetalle bilden farbige Verbindungen (Salze). Ihre Farbigkeit
resultiert entweder aus einem farbigen Metallion oder einem farbigen Säurerest (einem Komplexanion),
der seinerseits in der Regel im Kern aus einem farbigen Metallion besteht. Hier einige typische
Verbindungen, die aufgrund von d-d-Übergängen
im Metall farbig sind:
- Kupfer (in der Oxidationsstufe +II grün bis blau), ein natürliches Beispiel
für ein Kupferpigment ist Azurit oder Bergblau, basisches Kupfercarbonat
2CuCO3 · Cu(OH)2.
- Chrom (in der Oxidationsstufe +III grün), Chromoxidgrün Cr2O3.
Die Farbigkeit kann auch durch
Valenz-Leitungsband-Übergänge im Metall
hervorgerufen werden.
- Titan (weiß), Titanweiß, Titan(IV)oxid TiO2. Hier ist die Bandlücke
so groß, daß die Substanz überhaupt kein sichtbares Licht absorbiert, sondern alles auftreffende
Licht unverändert reflektiert.
- Arsen (gelb bis rot), Auripigment Arsen(III)sulfid (As2S3)2 und
Realgar, Rauschrot Arsensulfid As4S4.
- Quecksilber (rot), Zinnober Quecksilber(II)sulfid HgS.
- Cadmium (je nach Feinheit des Pigmentes gelb bis rot), Beispiel Cadmiumgelb,
Cadmiumsulfid CdS, Cadmiumrot, Cadmiumsulfid-selenid Cadmiumsulfid/-selenid
CdS · CdSe.
- Eisen (in der Oxidationsstufe +III grün, gelb-rot-braun-ocker), Beispiel
sind die Erdpigmente Ocker, Siena et cetera, Eisen(III)oxid
Fe2O3 und Oxidhydrate.
- Blei (in der Oxidationsstufe +II weiß), Beispiele sind Bleiweiß,
basisches Bleicarbonat PbCO3 · Pb(OH)2. In der
Oxidationsstufe +IV bildet Blei das gelbe Oxid Mennige, Blei(II)orthoplumbat(IV)oxid
Pb3O4 oder Pb2[PbO4].
Das farbgebende Metall kann auch statt als Kation als komplexes Anion auftreten.
Typische farbige Anionen (Säurereste), die aufgrund von
Ligand-Metall-Ladungsübertragung farbig sind:
- Chromat (gelb) stellt das farbgebende Prinzip in zahlreichen Gelbpigmenten
wie Chromgelb, Bleichromat PbCrO4, oder Barytgelb,
Bariumchromat BaCrO4 dar.
- Manganat (blau), Manganblau Bariummanganat BaMnO4.
Intensive Färbungen aufgrund von
Metall-Metall-Ladungsübertragung
weisen Verbindungen auf, in denen ein Metall in verschiedenen
Oxidationsstufen auftritt (Preußischblau, Eisen(III)hexazyanoferrat(II,III)
FeIII[FeIIFeIII(CN)6]3).
Die Übergänge zwischen Molekülorbitalen verleihen
einigen Verbindungen ihre Farbe, die auf den ersten Blick kein offensichtliches Farbzentrum
besitzen:
- Silikate wie Ultramarin, die durch die eingebetteten Sulfid-Ionen farbig sind.
Der Farbton all dieser Farbmittel wird im Prinzip durch die chemische Zusammensetzung
bestimmt, er kann jedoch durch den Feinheitsgrad, mit dem das Farbmittel gemahlen
ist, etwas geändert werden (feinere Pulver sind heller,
wobei der Farbton an sich unverändert bleibt). Auch die genauen Umstände, unter denen
sich das Metallsalz bildet und ausgefällt wird, können den Farbton beeinflußen.
Bei künstlichen Erdfarben ist auch die Brenndauer und -temperatur von Bedeutung.
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