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Bevor die physikalische Ursache der Farbigkeit von Substanzen und ihre chemische
Anwendung zur Herstellung und Analyse von Farbmitteln ausführlich zur Sprache
kommt, soll hier ein kleiner Streifzug durch unsere schon früh bekannten Farbmittel
erfolgen und einen ersten Eindruck von der Verschiedenartigkeit dieser Farbmittel
vermitteln, die bereits seit der Steinzeit zur Anfertigung von Gemälden und
zum Färben von Stoffen und Gebrauchsgegenständen verwendet wurden.
Die Farbmittel sind größtenteils natürlichen Ursprungs und häufig als Pigmente
anzusprechen, da sie oftmals wasser- und auch fettunlöslich sind und so direkt
zum Malen verwendet werden können. Viele andere Farbmittel, gerade die tierischen
und pflanzlichen, sind wasser- oder fettlöslich und daher als Farbstoff anzusprechen,
entsprechend wurden sie bereits im Altertum zum Färben eingesetzt.
Es darf nicht übersehen werden, daß die Menschen schon früh lernten, einige
Farbmittel halbsynthetisch, durch chemische Umwandlungen aus natürlichen Quellen
in andere Formen umzuwandeln, zum Beispiel durch Verlackung aus Farbstoffen
halbsynthetische Pigmente zu fertigen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das weite Feld der Farbmittel einzuteilen,
zum Beispiel nach Farben, was für den Künstler sehr wichtig ist, aber den Chemiker
nicht befriedigt, da die Natur der Farbmittel und ihre Zugehörigkeit zu bestimmten
Verbindungsklassen dabei nicht berücksichtigt wird. (Dies war früher teilweise
auch für den Künstler wichtig zu wissen, da sich bestimmte Farbstoffkombinationen
nicht miteinander vertragen und zu chemischen Reaktionen Anlaß geben, die sich
zum Teil in Schwärzungen äßern. Beispiele wären hier Bleifarben wie Chromgelb,
die sich mit Sulfiden zum schwarzen Bleisulfid verbinden können.)
Da die Chemie der Farbmittel in der Pigmentliste
sowie hier, hier und hier
detailliert zur Sprache kommen wird, orientiert sich die nachfolgende Liste
an der Zugehörigkeit zu bestimmten äußerlich erkennbaren Gruppen (Minerale,
Pflanzen, Tiere) und spricht und somit mehr den praktisch arbeitenden Maler
an. Gleichzeitig wird damit allerdings bereits eine gewisse Einteilung nach
chemischen Gesichtspunkten vorgenommen, da eine ähnliche Herkunft von Farbmitteln
oftmals mit ähnlicher Chemie einhergeht. Es ist auch zu vermuten, daß diese
Gruppierung mit der Verwendung der Farbmittel im Laufe der Geschichte korreliert
ist, da einige Farbmittel wie Erd- und Mineralpigmente bereits fertig vorliegen
und somit bereits den steinzeitlichen Künstlern zur Verfügung standen, andere
wie die pflanzlichen und tierischen Farbmittel erst aus den Ausgangsstoffen
gewonnen werden müssen. Diese mußten später Eingang in die Malpraxis finden,
zum Beispiel in der Antike oder gar erst in den letzten dreihundert Jahren.
Die natürliche Farbmittel, die von der Natur mehr oder minder fertig geliefert
werden, kein wissenschaftliches Wissen zur Entdeckung erfordern und daher bereits
in der Steinzeit von Malern benutzt wurden und die ihre Bedeutung bis in unser
Jahrhundert hinein bewahren konnten, entstammen verschiedenen Quellen:
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Erdfarben sind wohl die ersten Farbmittel, die dem Menschen aufgefallen
sein müssen: der Sand und der feine Schlamm der Flüsse besitzt zwar wechselnde,
aber über gewisse Gebiete hinweg einheitliche Farben, meist rot, braun,
beige, ocker, grau. Felsgrus in Grauschattierungen bis hin zum Weiß wechselt
mit zum Teil außerordentlich intensiven Ocker-Rot-Braun- bis hin zu Grüntönen.
Auch Kohle mag dieser Gruppe zugerechnet werden.
Von großem Vorteil dieser Farbmittel ist ihre Stabilität: da es sich meist
um Oxide von Elementen wie Eisen, Blei oder Quecksilber handelt, sind sie
chemisch gesehen nicht an einer Reaktion mit der normalen Umwelt interessiert
und auch lichtstabil.
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Eine Ergänzung zu Erdfarben waren schon früh die Mineralfarben,
die aus intensiv gefärbten und gemahlenen Mineralien stammen, etwa das Lapislazuli
(Ultramarin). Im Gegensatz zu Erdfarben mit ihrer eher im Braunbereich angesiedelten
Palette können Mineralfarben auch die lange Zeit sehr seltenen und daher
kostbaren Spektralfarben (Gelb, Rot, Blau, Grün) liefern. Auch diese Farbmittel
sind sehr stabil und dauerhaft, zum Teil jedoch giftig, da sie, ähnlich
den Erdfarben, Verbindungen der Elemente darstellen. Im Gegensatz zu diesen
decken sie jedoch einen weiteren Bereich ab: es treten auch Barium, Kupfer,
Zinn, Zink, Titan usf. hinzu, neben den Oxiden bilden sie auch Chromate
oder Manganate.
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Pflanzen haben gewiß schon in früher Zeit durch ihre intensiven
Blütenfarben die Aufmerksamkeit der Künstler auf sich gezogen, da sie eine
willkommene Bereicherung der Palette bringen: Gelb, Rot, Grün, Blau, Violett
sind die aus Pflanzen gewinnbaren Farben. Wann diese Farbmittel erstmals
hergestellt werden konnten, wann man entdeckte, daß nicht nur aus den Blüten,
sondern oftmals viel eher aus Ringen und Wurzeln brauchbare Farbmittel gewonnen
werden können, ist für viele Pflanzen nicht feststellbar, es finden sich
aber schon im Altertum zahlreiche mit Pflanzenfarbstoffen gefärbte Stoffe,
sodaß die Kunst der Färberei mit Pflanzenfarbstoffen und ihre Gewinnung
sehr alt ist.
Den Nachteil der pflanzlichen Farbmittel sieht man sofort auf Bildern
zum Beispiel der alten deutschen Meister: sie sind sehr instabil gegenüber
Licht und häufig auch gegenüber chemischen Einflüssen wie Säuren oder Laugen.
Der Blaustich der alten Gemälde rührt vom Zerfall der gelben Pflanzenfarbstoffe
her.
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Tierfarbmittel bilden eine kleine Gruppe, die auch regional stark
begrenzt ist. Zu ihr zählt die Purpurschnecke (Purpurrot) sowie einige Läusearten
(Karminrot). Die gewonnenen Farben gehören zu den Spektralfarben und sind
daher lange Zeit beliebt gewesen. Da auch ihre Gewinnung oder Herstellung
ähnlich wie die der Pflanzenfarbmittel etwas Geschick erfordert, fanden
Tierfarbmittel wohl auch erst im Altertum Verwendung.
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Durch chemische Reaktionen gewonnene Farbmittel. Diese entstehen
erst durch Anwendung von chemischen Reaktionen auf einfache Grundstoffe.
Bei ihnen stand meist keine Erkenntnis des wahren Sachverhaltes Pate, sondern
die Beobachtung der Umwandlung, die durch zufälliges Zusammentreffen aller
nötigen Faktoren eintrat. Hierzu zählen Grünspan, der auf kupfergedeckten
Dächern entsteht, und Bleiweiß. Wurden die zur Umwandlung erforderlichen
Faktoren erkannt, machte man sie sich zunutze und führte eine planmäßige
Umwandlung der Grundstoffe in die Pigmente durch. Diese stellen dann frühe
(halb-)synthetische Farbmittel dar.
Die in der Liste auftretenden Farbmittel sind großteils anorganischer Natur.
Von ihnen konnten sich viele, zum Beispiel die Erdfarben und einige Mineralfarben,
bis in die Neuzeit hinein behaupten, werden jedoch nun künstlich hergestellt,
um die Variationen der Naturprodukte zugunsten einer gleichbleibenden Qualität
und Farbe auszuschalten. Andere sind weitgehend von der Palette verschwunden,
da ihr hoher Preis, mangelnde Beständigkeit oder hohe Giftigkeit eine Verwendung
nicht ratsam erscheinen lassen. Für diese wurden billigere, haltbarere und ungiftige
Ersatzstoffe gefunden.
Anders schaut dies bei den organische Farbmitteln aus, die heute fast ausschließlich
aus dem Labor stammen und bis auf ihren grundsätzlichen Bau, wenn überhaupt,
nur noch selten etwas mit ihren natürlichen Vorfahren zu tun haben. (Eine Ausnahme
ist hier bei kurzlebigen Farbmitteln zum Beispiel für die Lebensmittelindustrie
zu sehen, wofür Naturfarbstoffe teilweise sehr gerne verwendet werden.)
Bei den Erdfarben, die man als Pigmente einsetzt, handelt es sich hauptsächlich
um Oxide des Eisens, die in diversen Braunschattierungen auftreten, die vom
lichten Ocker über Braun und intensives (Rost-)Rot bis zu grünen "schlammigen"
Tönen reichen. Als Oxide sind diese Pigmente außerordentlich stabil gegenüber
Licht und Luft und ungiftig, weswegen sie bedenkenlos verwendet werden können.
Gemälde mit Erdfarben sind uns aus der frühen Steinzeit erhalten geblieben.
Dies nicht zuletzt, weil ihre Gewinnung keinerlei technisches oder gar chemisches
Wissen erfordert: ein einfaches Sieben von gefärbter Erde, Grus oder Flußschlamm
liefert die nötigen feinen Farbstäube, im einfachsten Falle kann man durch bloßes
Abreiben eines Stückes unbearbeitetes Mineral wie mit Kreide zeichnen.
Noch heute werden zahlreiche Erdpigmente aus natürlichen Quellen gewonnen.
Einige der Farben wie Ocker sind weitverbreitet, je nach Herkunftsort sind auch
spezielle Farbtöne gewinnbar, die auch zum Namensgeber einer Malerfarbe geworden
sind, wie das Englischrot, Siena oder Terra di Pozzuoli.
Beispiele: Ocker (lichter, normaler, Goldocker aus England, Polen,
Rumänien, Italien), Umbra natur, Umbra grünlich, Englischrot,
Englischgrün, Terra di Siena natur, Grüne Erde (Eisensilikat),
Veroneser Grüne Erde, Kasslerbraun (manganhältige Braunkohle),
Kreide.
Durch Brennen der Erdfarben kann der Farbton zu tieferen rötlicheren
Schattierungen hin verändert werden. Beispiele: gebrannte Siena, Umbra
gebrannt, Pompejanischrot (Siena gebrannt).
Mineralfarben sind chemisch meist Carbonate und Mischungen aus Oxiden/Hydroxiden
und Hydraten von Schwermetallen, die farbige Ionen ausbilden. Sie werden ebenfalls
als Pigmente eingesetzt, da sie in den gängigen Lösungsmitteln wie Wasser und
Öl unlöslich sind. Ein typischer Vertreter ist das Kupfer, das in Form von Lapislazuli
und Malachiten zahlreiche Schattierungen von Himmelblau bis Grün liefert. Entsprechend
dem Vorkommen sind diese Farben zwar begehrt, weil sie die Lücke der Spektralfarben
schließen, die als Erdfarbe nicht auftreten, aber teilweise auch sehr kostbar.
Ihre Stabilität ist teilweise hoch, teilweise sind sie auch labil gegenüber
bestimmten chemischen Einflüssen (Feuchtigkeit, Säuren, Basen, bestimmte Ionen
wie Sulfid), die in der Umwelt meistens nicht auftreten oder durch den Firniß
abgewendet werden müssen. Ihre Lichbeständigkeit ist hoch.
Typische Vertreter sind Ultramarin (Lapislazuli, blau) und Kupfer-,
Berggrün (Malachit, grün). Das Ägyptischblau (Calciumkupfersilicat,
blau) ist auf künstlichem Wege seit der Antike hergestellt worden. Ein wichtiges
Pigment war seit der Antike das Auripigment (Arsen(III)sulfid, leuchtendgelb),
wenn auch stark giftig. Das wichtigste blaue Pigment seit dem Mittelalter war
das Berg-, Azurblau (Azurit, ein basisches Kupferkarbonat).
Einige mineralische Pigmente wurden bereits nach dem Mittelalter künstlich
hergestellt, so das Kupfergrün (Grünspan). Im Mittelalter wurden Kupferspäne
mit Weinessig im Holzgefäß in Pferdemist eingegraben. Nach einigen Monaten konnte
das Pigment vom Kupfer gekratzt werden.
In gewisser Weise können auch gefärbte Glasflüsse zu dieser Gruppe
gezählt werden. Sie bestehen aus gemahlenem Glas, das durch Beigabe verschiedener
Metalloxide gefärbt wurde. Durch Variation des Metalls kann eine große Bandbreite
an Farben erzielt werden: TiO2 (Rutil) ergab milchig gefärbte Glasflüsse,
Kupfer rötliche, Uran organgefarbene, Kobalt tiefblaue (Kobaltglas), Gold tiefrote
(Goldrubinglas).
Da in der Frühzeit der Malgeschichte nur wenige Metalle bekannt waren, war damals
die Palette jedoch eingeschränkter als später. Dies muß jedoch auch regional
betrachtet werden, denn zum Beispiel die Kelten kannten bereits Verfahren, um
eine große Bandbreite an Glasfärbungen hervorzurufen, wenn sie auch das zugrundeliegende
Metall nicht in allen Fällen isoliert haben.
Ein Beispiel für Glasflussfarben ist Smalte (Königsblau, blau).
Pflanzliche Farbmittel können, hauptsächlich bedingt durch den Zwang, sie
erst entdecken und isolieren zu müssen, erst im Altertum aufgefunden werden.
Frühe Spuren ihrer Anwendung sind jedoch aufgrund ihrer im allgemeinen mäßigen
bis schlechten Beständigkeit nicht langfristig haltbar.
Ein sehr bekanntes Pflanzenpigment ist Indigo (auch Waid oder Stahlblau
genannt). Bereits im ersten nachchristlichen Jahrhundert ist Indigo auf römischen
Malereien zu finden, danach in Gemälden jeder Zeit. Der erste Fund datiert jedoch
aus 3000 v.Chr.!
Er wurde zunächst natürlich gewonnen, wobei die Ausgangspflanzen weit verbreitet
sind. Die Namensgeberin ist Indigofera tinctoria aus Indien, im Kaukasus und
China wurde der Färberknöterich eingesetzt, in Europa der Färberwaid. Chemisch
entsteht der Indigo in Form des farblosen Indoxyl in den Blättern der blühenden
Pflanzen durch Gärung aus der Vorstufe Indican. Das Indoxyl wird durch Oxidation
mit Luftsauerstoff in Indigo überführt.
Da Indigo sowohl in Wasser wie auch in Alkoholen unlöslich ist, kann er direkt
als Pigment zum Malen verwendet werden. Zum Textilfärben muß zunächst durch
Reduktion der lösliche Leukoindigo gebildet werden, der sich an die Fasern anlagert.
Durch Trocknen an der Luft wandelt sich der Indigo zurück (Oxidation). Dies
nennt man "Küpen". (Nett: hieraus resultiert die Wendung "blau machen", wenn
die Färber eine Pause eingelegt haben.)
Das Blauholz kann mit Wasser ausgekocht werden oder unter Druck mit
Dampf behandelt werden (liefert Beimengungen von Harzen und Gerbstoffen, aber
größere Ausbeute). Man kann beim Extraktionsverfahren den klaren Überstand
abseihen und eindicken, um die Qualität des Extraktes zu erhöhen.
Zugabe von Schwermetallsalzen liefert Lacke (mit Eisen schwarz, unbeständig;
mit Chrom beständiger; mit Tonerde/Chromsäure/Zinnsalz rötlichschwarz mit Metallglanz
"Bronzelack").
Der Krapplack wird aus den Wurzeln der Färberröte gewonnen. Die getrocknete
und gemahlene Wurzel wird mit Wasserdampf und Säuren behandelt und dann mit
Aluminium- oder Zinnsalzen der Farblack ausgefällt. Man erhält orange bis dunkelrote
Lacke, die aus (Pseudeo)Purpurin bestehen. Die Lichtechtheit ist sehr hoch.
Als das synthetische Alizarin hergestellt werden konnte, wurde der echte Krapplack
vom Markt verdrängt.
Eine Reihe von vor allem gelben Farbstoffen läßt sich aus verschiedenen Pflanzen
gewinnen: das Schüttgelb (Stil de grain) aus der Kreuzbeere (lat. Rhamnus) mit
Rhamnetin als färbendem Prinzip, aus der Rinde der Färbereiche (lat. Quercus
tinctoria) das Quercetin aus dem Gelbholz oder Färbermaulbeerbaum (lat. Morus
tinctoria) das Morin aus der Färberreseda (lat. Reseda luteola) das Luteolin.
Diese Farbstoffe sind größtenteils nicht lichtecht, wurden aber zum Beispiel
zur Buchmalerei gerne benutzt. Das Schüttgelb wurde durch Verlackung zu einem
Pigment umgewandelt. Wie man anhand der Formeln unschwer erahnen kann, gehören
diese Farbstoffe zu einer Familie, den sog. Flavonen,
die häufig als gelbe (Blüten-)farbstoffe
in der Natur anzutreffen sind.
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| Rhamnetin |
Quercetin |
Morin |
Luteolin |
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Im Prinzip ließen sich alle Pflanzen(-teile), die Flavone und deren Derivate
enthalten (also eine große Anzahl), mehr oder minder erfolgreich zur Farbstoffgewinnung
heranziehen, die genannten Pflanzen enthalten jedoch eine ausreichend große
Menge an Farbstoffen, um praktisch verwertbar zu sein.
Weitere Pflanzenfarbstoffe, die sich nicht von den Flavonen ableiten, sondern
teilweise von den Carotinen, sind aus der heimischen Küche wohlbekannt: Safran
(warmes Gelb), Paprika (rot), Rote Beete (dunkles Pink), Holler (dunkles Violett),
japanische Blaualge (Cölinblau), Färberdistel (ocker), Brennessel (ähnlich Grüne
Erde), Blattgrün (Spinatgrün).
Ähnlich wie die pflanzlichen Farbmittel erfordern auch die tierischen Farbmittel
etwas Wissen um ihr Vorkommen und ihre Gewinnung. Sie sind uns seit dem Altertum
vertraut.
Der Königspurpur wurde im Altertum aus der Purpurschnecke gewonnen
und war außerordentlich teuer, da etwa 10000 Schnecken für 1 g Farbstoff benötigt
werden.
Das Karminrot wird aus einem heißen wäßrigen Auszug aus Cochenille
(eine Lausart), der die Carminsäure enthält, mit eisenfreiem Alaun ausgefällt
(Verlackung). Man erhält ein dunkelrotes Pulver (Aluminium- oder Aluminium-Calcium-Lack).
Durch Zugabe von Zusatzstoffen wie Barytweiß oder Kaolin erhält man hellere
Töne. Mit Zinnsalzen resultiert eine scharlachrote Fällung (Cochenillescharlach).
Das Karminviolett ist der Bleilack der Carminsäure Karminlacke sind im Gegensatz
zur Carminsäure wasserunlöslich. Sie sind nicht besonders lichtbeständig.
Das schöne warmgoldene Indischgelb (Magnesiumsalz der Euxanthinsäure)
wird durch Verdampfen von Urin von indischen Rindern hergestellt, die mit Mangoblättern
gefüttert wurden. Der Farbstoff wurde in Europa erst ab dem 18. Jahrhundert
verwendet, in Indien seit dem 15. Jahrhundert.
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