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Ingo Klöckl
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Additive und subtraktive Farbmischung

Additive Farbmischung

Die additive Farbmischung tritt bei selbstleuchtenden Körpern auf, zum Beispiel einer Farb-Bildröhre eines Fernsehers oder Monitors. In der Bildröhrentechnik werden die drei Primärfarben Rot, Grün und Blau verwendet, woraus sich die Bezeichnung "RGB-Farbsystem" erklärt. Entscheidend ist bei der additiven Farbmischung, daß der Gesamtfarbeindruck durch die Addition der einzelnen Primärfarben zustandekommt, das heißt jeder der Lichtstrahlen einer Primärfarbe trägt additiv zur Gesamtintensität des wahrgenommenen farbigen Lichtes bei.

Die Mischungsgesetze der additiven Farbmischung sind in der nebenstehenden Abbildung dargestellt. Es gilt: Rot+Grün=Gelb, Rot+Blau=Magenta sowie Grün+Blau=Cyan. Je nach der Intensität, mit der die Primärfarben ausgestrahlt werden, ergeben sich die restlichen Farben als Mischungen. Alle drei Primärfarben in gleicher, maximaler Intensität zusammen ergeben Weiß. Eine Erklärung der Farbeindrücke der Mischungen erfolgt, sobald die Komplementärfarben eingeführt worden sind.

Subtraktive Farbmischung

Die jedermann vertraute subtraktive Farbmischung tritt im Gegensatz zur additiven dann auf, wenn nicht-selbstleuchtende Körper den Farbeindruck hervorrufen, zum Beispiel Maler- (Öl-, Aquarell-) oder Druckfarben. Da die Pigmente der Farben nicht selber leuchten, verändern sie die wahrgenommene Farbe des auf sie fallenden Lichtes durch pigmentspezifische Absorption. Das heißt, jede der drei Grundfarben des subtraktiven Systems (Gelb, Cyan und Magenta, daher die Bezeichnung CMY-Farbsystem) nimmt einen bestimmten Teil des einfallenden Lichtes fort und trägt somit durch Verminderung der Intensität bestimmter Wellenlängen zum Farbeindruck bei.

Die subtraktive Farbmischung folgt den aus Schulzeiten bekannten Mischungsgesetzen Gelb+Blau=Grün und dergleichen. Diese sollen anhand eines Farbkreises detaillierter betrachtet werden. Auf einem Kreis werden gleichmäßig die subtraktiven Grundfarben Cyan, Magenta und Gelb verteilt, man erhält einen Farbkreis, der ausschließlich die Grund- oder Primärfarben enthält (linkes Bild). Je zwei benachbarte Grundfarben werden nun zu gleichen Teilen gemischt und liefern so drei weitere Farben, die nun Mischungs- oder Sekundärfarben sind (Bild zur Rechten). Werden wiederum je zwei benachbarte Farben zu gleichen Teilen gemischt, erhält man sukzessive weitere Farben, Tertiärfarben, Quartärfarben und so fort. Die Mischfarben folgen den bekannten Mischungsgesetzen: Gelb+Blau=Grün, Gelb+Rot=Orange, Blau+Rot=Violett. Beachten Sie dabei, daß die tatsächlichen Primärfarben Cyan und Magenta von den "bekannten" Grundfarben Rot (in der Schulpraxis meist Scharlach oder Reinrot) und Blau (häufig Ultramarin oder Kobaltblau) stark abweichen, diese sind vielmehr selber bereits zusammengesetzt und führen leicht zu Verwechslungen und "falschen" Mischungen! Der gelbe Farbton, der in der Schulmalerei verwendet wird, entspricht dem tatsächlichen Primärgelb.

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Primärfarben, Sekundärfarben, Tertiärfarben voller Farbkreis

Komplementäre Farben

Eine Komplementärfarbe ist eine Farbe, die zu gleichen Teilen zu einer anderen Farbe gemischt, einen grauen Farbeindruck ergibt.

Mit Hilfe des Farbkreises kann man einfach die Komplementärfarbe einer gegebenen Farbe herausfinden: man betrachtet die der fraglichen Farbe genau gegenüberliegende Farbe! Die drei folgenden Farbkreise zeigen die Komplementärfarbe zu Gelb (Blau), Orange (Cyan) und Grün (Violett).

Beim Nachmischen einiger komplementärer Paare stellt man fest, daß die Eigenschaften der realen Pigmente leider immer etwas von der Theorie abweichen, sodaß sich anstelle von reinen Grautönen meist farbige Grau ergeben, die beim Malen freilich von größerem Nutzen sind als es die toten, stumpfen Perfekt-Grautöne wären. Meist bilden grünstichige Blau (Cyan) und Orange das Paar, das relativ reine Grautöne liefert.