Molekülorbitale
Durch die Verbindung von Atomen zu einer Verbindung verschmelzen die Atomorbitale (AO) der beteiligten
Atome zu Molekülorbitalen (MO), deren Energien von denen der Ausgangsorbitale verschieden sind.
Speziell im Falle der organischen Chemie entstehen bei Kohlenstoff-Sigma-Bindungen
aus zwei Kohlenstoff-AOs wiederum zwei MOs, von denen eines eine niedrigere, das andere eine
höhere Energie als die Ausgangs-AOs besitzt. Das niedriger liegende MO wird von den beteiligten
Elektronen besetzt und stellt das bindende MO dar, während das höherliegende MO unbesetzt bleibt.
Bei komplizierten organischen Verbindungen entsteht so eine Vielzahl von MOs, von denen viele
leer sind, die aber energetisch nur um ein Geringes über den besetzten MOs liegen, sodaß - wiederum
durch die Einstrahlung von sichtbarem Licht - Elektronen aus einem besetzten in ein unbesetztes
MO angehoben werden können. Ein solcher Elektronenübergang führt zu einer sehr intensiven
Färbung der Verbindung.
Zahlreiche organische Farbmittel verdanken ihre Färbung diesem Elektronenübergang zwischen MOs.
Es läßt sich dabei feststellen, daß besonders einige immer gleiche oder ähnliche
Struktureinheiten zu besonderer Farbigkeit führen, die sog. Chromophoren.
Da prinzipiell MOs auch in anorganischen Verbindungen vorhanden sind, führt dieser Mechanismus auch
bei einigen anorganischen Farbmitteln zu der intensiven Farbigkeit, wie etwa der Übergang von
Elektronen zwischen den MOs des Sulfid-Schwefels im Ultramarinblau, -rot und -violett.
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