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Die Landeshymne
Das sogenannte "Dachsteinlied" ist seit dem Landtagsbeschluß 1929
die Landeshymne. Der Text stammt vom Buchhändler Jakob Dirnböck
(Gedicht "Der Steirer Land"), der Grazer Domorganist Ludwig Seydler komponiert
die Melodie.
Hoch vom Dachstein an, wo der Aar noch haust,
bis zum Wendenland am Bett der Sav',
und vom Alptal an, das die Mürz durchbraust,
bis ins Rebenland im Tal der Drav':
Refrain: Dieses schöne Land ist der Steirer Land,
ist mein liebes, teures Heimatland,
dieses schöne Land ist der Steirer Land,
ist mein liebes, teures Heimatland!
Wo die Gemse keck von der Felswand springt
und der Jäger kühn sein Leben wagt;
wo die Sennerin frohe Jodler singt
am Gebirg, das hoch in Wolken ragt:
Refrain: Dieses schöne Land ist der Steirer Land ...
Wo die Kohlenglut und des Hammers Kraft,
starker Hände Fleiß das Eisen zeugt;
wo noch Eichen stehn, voll und grün von Saft,
die kein Sturmwind je noch hat gebeugt:
Refrain: Dieses schöne Land ist der Steirer Land ...
Wo sich lieblich groß eine Stadt erhebt
hart am Atlasband der grünen Mur,
wo ein Geist der Kunst und des Wissens lebt,
dort im hehren Tempel der Natur:
Refrain: Dieses schöne Land ist der Steirer Land ...
Das Dachsteinlied wurde übrigens zu einem geschichtlichen Anlaß gesungen: am 15. Juni 1904 fand die
erste drahtlose Übertragung von Musik (also die erste Rundfunksendung) an der technischen Hochschule Graz statt.
Der Pionier Otto Nußbaumer sang dazu das Dachsteinlied. Zwei Jahre, nachdem es Marconi gelungen
war, einfache Signale über den Atlantik zu übertragen, hatte Nußbaumer einen Apparat entwickelt, der nicht
nur Signale, sondern richtige Stimmen und Musik zu übertragen. (Leider erkannten die Grazer die Bedeutung
ihrer Entwicklung nicht richtig, sodaß Graz weiterhin nur die Hauptstadt der Steiermark blieb.)
Besonderheiten
Schon erwähnt habe ich die zwei Hauptöle, die das Getriebe des
Weststeirers schmieren und ihn zum prächtigen Menschen machen: der Schilcher
und das Kürbiskernöl. Ersterer ist ein von unkundigen Menschen als
sauer bezeichneter kräftiger Wein, in der Farbe von zartem Rose bis zu
kräftigem Rot. Er wächst nur in wenigen Lagen, von Deutschlandsberg
bis Ligist. Der erste Schluck scheint sauer, der zweite schon weniger, dem
dem dritten ist man diesem Getränk schon verfallen, sagt man. Da jedoch
die Weststeirer die geringen Quantitäten echten Schilchers lieber selber
trinken, bleibt dieses schöne Schicksal den meisten Ausländern (und
als solche mag auch schon ein Oststeirer gelten) erspart.
Die Kenntnis vom Kürbiskernöl ist auch im Osten der Steiermark
verbreitet. Es ist ein dunkel-zaches Öl von intensiv grüner Farbe
und herbem Geschmack, das Salate, vor allem die aus den großen Käferbohnen,
trefflich verfeinert. Ein Steirer im Ausland achtet darauf, immer genügend
von diesem Stoff dabeizuhaben, da er den Körper belebt, den Gaumen erfreut
und den Steirer von den Kulturlosen unterscheidet :-)
Die Weinbaugegenden der West- und Südsteiermark kennen die Buschenschenken,
die in anderen Gegenden wohl Straußwirtschaften genannt werden mögen.
Sie weisen in dieser Landschaft jedoch einen eigenen Reiz auf, da sie häufig
sehr kleine Betriebe sind. Inmitten der milden Landschaft, auf der Wiese neben
dem Haus, findet man da Tische und Bänke aufgestellt, die zum Verweilen
laden. Man genießt, was der Keller des Winzers hergibt, dazu die Brett'ljaus'n,
bestehend aus vielerlei Würsterl, Schinken, Fleisch, Käse, Paprika,
anderen Gemüsen, Zwiebeln und großen Mengen frisch geriebenen Krens,
das ist Meerrettisch. Dazu frischgebackenes Brot.
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